Zagreber Müllabfuhr streikt aufgrund Kündigung dreier Mitarbeiter*innen

24.1.2023

Seit Wochenbeginn türmt sich in Zagreb der Müll. Grund dafür ist, dass die Müllabfuhr seit dem 23. Jänner den Dienst verweigert, aus Solidarität mit drei fristlos gekündigten Kolleg*innen. Diese wurden bei Nacht anonym gefilmt, wie sie diverse getrennte Müllsorten in ein Müllfahrzeug einwarfen. Nicht nur der Belegschaft, sondern auch Außenstehenden erschien die Bestrafung als übermäßig hart. Arbeitsrechtsexpert*innen nannten sie sogar gesetzeswidrig. Zunächst forderte die Belegschaft nur die Aufhebung der Kündigungen. Die Stadtwerke lenkten ein und widerriefen die drakonische Strafe. Da die Belegschaft der Müllabfuhr jedoch schon seit längerem gegen schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Bezahlung protestiert, sind auch ihre Forderungen für die Wiederaufnahme der Arbeit gestiegen. Bislang sind die Stadtwerke nur auf Forderungen non-monetärer Art eingegangen. Der Stadtwerksdirektor Ivan Novaković nannte den Streik bei einer Pressekonferenz illegal und drohte mit rechtlichen Konsequenzen. Der Streik ist tatsächlich illegal, da es sich rechtlich gesehen um eine Arbeitsniederlegung handelt. Auch die Zagreber Vizebürgermeisterin Danijela Dolenec (M – Wir können's!) machte indirekte Drohungen, falls die Situation noch lange anhält. Die Angestellten der Müllabfuhr lässt dies jedoch kalt, sie erklärten, sie seien auch bereit, entlassen zu werden.

Quelle: Tportal.hr, Zagreb