Erster Prager Bezirk gegen Zentrum für Drogenabhängige in U-Bahnstation

6.3.2025

Die Stadt Prag plant den Ausbau eines Netzes von Kontaktstellen für Drogenabhängige, um die Versorgung zu verbessern. Der erste Prager Bezirk lehnt jedoch die Errichtung einer neuen Anlaufstelle in der U-Bahnunterführung der Station Můstek, mitten im Prager Zentrum, vehement ab. Laut Bezirksvorsteherin Terezie Radoměřská (TOP 09-Tradition, Verantwortung, Wohlstand) gibt es im ersten Prager Bezirk bereits viele Suchthilfeeinrichtungen, während andere Stadtteile mehr Verantwortung übernehmen sollten. Zudem spricht sich die Bezirksleitung gegen die niedrigschwellige Substitutionsbehandlung aus, da frühere Programme zu Beschwerden geführt hätten. Expert*innen warnen, dass die aktuelle Infrastruktur mit nur zwei bestehenden Einrichtungen im ersten und fünften Prager Bezirk unzureichend sei. Die Stadtverwaltung ist für deren Finanzierung und Koordination verantwortlich. Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda (ODS - Bürgerdemokratische Partei) betonte, dass der Mangel an Hilfsangeboten die Lebensqualität beeinträchtige und dringend Maßnahmen nötig seien. Seit 2022 verschärfte sich die Debatte, nachdem mehrere Kontaktzentren geschlossen wurden. Ein Konzept sieht neun Anlaufstellen vor, doch die Umsetzung scheitert bislang am Widerstand der jeweiligen Prager Bezirksverwaltungen.

Quelle: blesk.cz, Prag